Making of …

Die schönen Schnittmuster sind aus der F.I.M.I. (Winter 2006) und sind dort auch in einem Bild in Kombination zusammen zu sehen. Ich mochte das sofort!

Auch wenn ich keine Änderungen an den Schnitten für den Bolero und den Rock gemacht habe (außer dass ich bei dem Rock den Rockbund weggelassen habe), hatte ich so einige Probleme mit dem Bolero.
Es hat mich sehr viel Zeit gekostet die Rüschen so zu stecken wie sie sein sollten und ich habe wieder jede Nahtzugabe innen mit einem Schrägband umnäht. Und als ich endlich fertig war…. war ich nicht so begeistert wie ich es hätte sein sollen.
Der Bolero war sehr eng, die Ärmel ein wenig zu kurz und die Knöpfe saßen oberhalb meiner Brust, was etwas unglücklich aussah, wenn ich den Bolero geschlossen anzog, weil die untere Kante etwas seltsam nach außen stand.

Die Perfektionistin in mir hat damit beschlossen von vorn anzufangen…ganz von vorn. Die Stoffreste meiner Trauerrobe waren noch reichlich, um ein weiteres Bolero Jäckchen daraus zu machen.
Ich musste also erneut durch den ganzen Rüschen-feststeck-Kram durch und hatte dann irgendwann endlich den zweiten Bolero fertig, mit längeren, sauberer genähten Ärmeln, schmaleren schicken Rüschen und Knöpfen, die unter meiner Brust saßen und einem schick abgerundeten Stehkragen. Perfekt, oder?

Nope. Als ich beide Boleros nacheinander anprobierte und verglich….. gefiel mir die erste Version besser!
Wie kann das sein? Ich habe alles, was mir am ersten Bolero nicht gefallen hatte am zweiten BESSER gemacht! Wie kann mir da der erste besser gefallen?
Ich weiß es wirklich nicht. Jetzt habe ich zwei Bolero Jäckchen und kann entscheiden welches ich zu dem Rock tragen will. Vielleicht verkaufe ich irgendwann einmal eins davon, ich weiß noch nicht welches ;-)

Ich habe schon als ich das zweite Jäckchen angefangen hatte daran gedacht, eins davon zu verkaufen. Daher habe ich die Zeit gestoppt, die ich gebraucht habe, es zu nähen. Einfach als kleines Experiment ;-)
Ich wußte genau was ich tun musste da ich direkt nach dem ersten Jäckchen das zweite angefangen hatte und dachte, dass ich mit dem zweiten schneller sein würde. Nun…. ich habe 23 Stunden gebraucht.
Das ist eine Menge Arbeitszeit, die in so ein „kleines Projekt“ geflossen ist.
Von nun an ist dies mein Beispiel wenn mich Leute fragen, warum ich nicht von meinem Nähen leben könnte.
Keiner würde den Preis für so viel Zeit plus der benötigten Materialien zahlen.
So ist das.
Ich nähe nur aus Spaß an der Freude, nur für mich und meine Liebsten :-)

Fertiggestellt: 2017